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Vor dem Hintergrund solcher Normen und Definition ist es wohl nicht verwunderlich, dass Millionen von Menschen dem Diätwahn anhängen. Und das ist auch gut so, denn es fördert die Wirtschaft. Die Lebensmittelindustrie durch Diät-Lebensmittel und die Pharmaindustrie durch Medikamente. Doch auch im Dienstleistungsektor öffnet sich eine wahre Goldgrube. So sichert diese Defintion den Diätkliniken regen zulauf, und auch Ärzte, Ernährungsberater und Fitnesstudios können sich nicht beklagen.

Deshalb muss selbstverständlich dringendst vermieden werden, dass die Bevölkerung ein gesundes Körpergefühl bekommt und sich gar Mollige oder Dicke so akzeptieren wie sie sind, da sonst die Grundlage - der Leidensdruck der als dick etikettierten Menschen - für all die profitablen Produkte und Dienstleistungen wegfallen würde.

 

Es tut also Not, Stimmung gegen Dicksein und Dicke zu machen. So etwa durch die Propagierung eines dürren Schönheitsideals bzw. der öffentlichen Verspottung Dicker Menschen durch die Medien. - Sei dies nun in Talkshows oder wie etwa jüngst in einem Fernwerbspot für Hornbach Baumärkte in dem ein dicker Junge als "fette Qualle" verunglimpft wird.

Genauso wichtig für die Wirtschaftsunternehmen und darüber hinaus sogar für die Gesundheit schädlich ist die konsequente Wahrnehmungsverzerrung vieler Ärzte, die wie man annehmen darf, wohl wider besseres Wissen - im besten Fall aus Bequemlichkeit - vorschnell womöglich falsche Diagnosen stellen, indem sie als einzige Ursache für Beschwerden jeder Art das offensichtliche Übergewicht sehen, ohne dass sie einen Gedanken an mögliche andere Ursachen verschwenden.

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