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Ökologisch und sozial verträgliche Ernährung Wie man sich ernährt bzw. was man ißt hat neben den Auswirkungen auf den eigenen Körper auch viel weitreichendere Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt.
Dass durch massivem Einsatz von Pestiziden, Herbiziden, Fungiziden auf Feldern unnötige Mengen an Giften in die Umwelt gelangen und Kunstdünger zur Eutrophierung von Oberflächengewässern und Grundwasser beitragen, ist hinlänglich bekannt. Wobei diese produktionssteigernden Maßnahmen von außen betrachtet eigentlich keinen Sinn machen. Denn Geld und Umwelt in eine Überproduktion zu investieren, die entweder erstmal irgendwo eingelagert, bzw. gleich vernichtet wird, ist... mir fehlen die Worte... einfach krank. Sinnvoller wäre es für Umwelt, Verbraucher und Landwirte auf biologische Produktion umzustellen. Dadurch sinkt zwar die Produktionsmenge, doch diese ist ja sowieso zu hoch. Durch ein geringeres Angebot und hochwertigere Ware läßt sich auch ein höherer Preis erzielen, sodass am Ende nach den Einsparungen bei der Agrarchemie und dem höheren Verkaufserlös ein Vergleichbar hohes Einkommen für die Erzeuger steht. Zudem würden einige hunderttausend neue Arbeitsplätze in der Landwirtschaft entstehen. - Das Hemmnis dies Konsequent umzusetzen ist nicht, dass es nicht geht, sondern dass es im Alleingang vor dem Hintergrund eines freien Welthandels nicht umzusetzen ist, wenn nicht zuerst die Nachfrage seitens der Verbraucher da ist. Dasselbe Spiel mit der Viehhaltung. Es widert zwar die meisten Menschen an, wenn in den Medien über grausame Haltungsbedingungen von Tieren berichtet wird... man würde sicher das gezeigte Tier oder das tierische Produkt wie ein Ei, nicht essen wollen... realisiert aber nicht, dass die im Supermarkt angebotene verpackte Ware mit dem glücklichen Tier in idylischer Landschaft auf der Verpackung auf genau diese Weise produziert wurde. - Wieder kann eine Veränderung nur durch gezielte Nachfrage nach tierfreundlich hergestellten Produkten die Produzenten dazu motivieren diese Nachfrage zu befriedigen. - In diesem Zusammenhang fällt mir auf, daß nach dem Nitrofenskandal um vergiftetes Getreide das vor allem Bio-Hühnern verfüttern wurde, Bio-Eier in Supermärkten kaum mehr zu bekommen sind. Fraglich ist, ob die Händler jetzt weniger oder keine Bio-Eier mehr einkaufen, oder ob durch die Tötung der Nitrofenverseuchten Bio-Hühner schlichtweg nicht mehr genügend Bio-Eier produziert werden können um Nachfrage zu befriedigen. Letzteres ist Unwahrscheinlich, da die Bio-Eier Produzenten sofern sie den Verlust Ihrer Hühner wirtschaftlich überlebt haben, eigentlich ausreichend Zeit hatten, um neue Hühner heranzuziehen. - Mittlerweile hat das Angebot an Bio-Eiern zwar wieder zugenommen aber nach meinem Eindruck nicht mehr das alte Niveau erreicht. Doch auch Menschen werden weltweit in Mitleidenschaft gezogen. Etwa indem Ihnen Ihre Arbeit kein angemessenes Einkommen bringt, da der Weltmarkt keinen sicheren Absatz zu fairen Preisen ermöglicht, solange irgendwo ein anderer billiger herstellt. Neben den ökonomischen Bedingungen für die Menschen in der Lebensmittelproduktion gibt es aber auch gravierende gesundheitliche Gefahren. So etwa beim Anbau in Monokulturen von exotischen Früchten, wo der Einsatz von Giften gegen Schädlinge unabdingbar ist. Da billig produziert werden soll, wird auf Schutzkleidung verzichtet und die Plantagenarbeiter sind den Pestiziden schutzlos ausgesetzt. Dass dabei regelmässig Menschen ums leben kommen scheint nicht weiter zu stören. Die Regierungen dieser Länder streben auch keine Verbesserung für die Arbeiter an. Vielmehr bereichern sie sich unter Inkaufnahme von Schaden an der eigenen Bevölkerung und Umwelt und machen sich den Frucht Konzernen die die Plantagen betrieben lieb Kind - daher die Bezeichnung Bananenrepublik. Da Transportkosten im Vergleich zu Erzeugungs und Arbeitskosten gering sind, wird wild hin und her transportiert. Selbst bei uns heimsche Früchte (etwa Äpfel) werden per Schiff und Strasse über tausende von Kilometern herbeigeschafft, nur weil sie trotz Transportkosten immer noch billiger sind als die Ware einheimischer Produzenten. Dass diesen dadurch die Lebensgrundlage entzogen wird, geht in die Kalkulation natürlich nicht mit ein, genausowenig der Verbrauch von fosiler Energieträgern, wenn etwa exotische Früchte zum Transport die dreifache Menge ihres eigenen Gewichts an Kerosin verbrauchen. Ganauso ist es mit den Tieren von Aufzucht- und Mastbetrieben, zum Schlachten, zum Zerlegen, zum Verpacken bzw. zur Weiterverarbeitung und irgendwann zu Verkaufsort tausende von Kilometern transportiert werden. Bei Spezialitäten wie argentinischem Rindfleisch um die halbe Welt. Genauso wie die Umwelt leiden auch die Menschen unter dieser Art globaler Wirtschaft, da sie quasi mit der ganzen Welt in Konkurenz stehen, obwohl die Herstellungsbedingungen gravierende Unterschiede aufweisen. Das ganze wird begünstigt durch niedrige Transportkosten die die Kosten für die Umwelt mit nichten decken - Kerosin wird gar nicht besteuert!. Doch solange sich an den niedrigen Transportkosten nichts ändert und die Verarbeitung und Produktion nicht, soweit möglich, an den Ort des Konsums zurück kehrt, können sich Menschen auf aller Welt nicht sicher sein, dass ihre Arbeitsleistung auch morgen noch gebraucht wird, denn schließlich könnte sich einige tausend Kilometer entfernt jemand anders finden der dieselbe Arbeit zu einem Bruchteil der Kosten erledigt. Unterm Strich ist also Konsum, und vor allem der regelmässige
Konsum von Lebensmitteln, mit einer Verantwortung für
Menschen, Tiere und Umwelt verbunden, der man sich bewußt sein sollte. Lösungsansätze Um Menschen, Tieren und Umwelt und nicht zuletzt auch der eigenen Gesundheit einen Dienst zu erweisen bieten sich folgende Konsumkriterien an:
Dabei muß eine Orientierung an diesen Prinzipien keinen Verzicht bedeuten, sofern man nicht zu dogmatisch ist. Wenn es nicht anders geht, kann man schließlich auch Kompromisse eingehen statt beim eigenen Lebensstandard Abstriche machen zu müssen. Aber oftmals ist es eben ohne Einbuße, sondern sogar mit einer Verbesserung des Lebensstandards möglich die gegenüber Menschen, Tieren und Umwelt günstigere Wahl zu treffen. Daß man sich einen Verantwortungsvollen Konsum nicht leisten kann stimmt so nicht. Manchmal ist es sogar günstiger im Weltladen zu kaufen (etwa 100 Gramm Lapacho Tee im Weltladen Augsburg für 1,99 EUR, beim Bremer Teekontor fü 3,99 EUR!), die anderen Male sollte man sich der besseren Qualität von Bio Waren bewußt sein, die in gewissem Rahmen ja durchaus einen Mehrpreis rechtfertigt. |