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zurück zur vorhergehenden Seite Woher kommt der Anreiz etwas zu Essen? - Sollwert vs. Anreizstheorie Die Annahme eines Sollwertes beherrscht, um es gleich vorweg zu sagen, obwohl sie grundlegend falsch ist, das Denken der meisten Menschen. Dabei wird davon ausgegangen, daß Hunger ein Energiedefizit ist, das zum Essen motiviert, und durch das Essen der Energiesollwert wieder hergestellt wird und man gesättigt ist. Nimmt die Energie erneut ab, so entsteht abermals Hunger. Das enstpricht dem Grundprinzip der Homöostase das bei vielen Regelkreisen im Körper wieder gefunden werden kann. (Pinel 1997, S.249) Glukostatische Sollwerttheorien gehen davon aus, daß das Hungergefühl durch das Absenken des Blutzuckerspiegels unter einen Sollwert entsteht und Sättigung durch das Überschreiten des Sollwertes hergestellt wird. Diese werden ergänzt durch lipostatische Sollwerttheorien die die Regulation des Körperfetts eines Menschen ebenfalls nach dem Prinzip der Homöostase erklären. Beide Theorien wurden komplementär verstanden, in dem Sinne, daß die Glukostatische Theorie die Kurzzeitregulierung und die Lipostatische Theorie die Langzeitregulierung erklärt. (Pinel 1997, S.250) |
Obwohl diese Theorien aus den 1940er und 50er Jahren sich wie ich noch einmal betonen möchte als ungeeignet zur Erklärung des beobachteten heraus stellten "werden sie in einigen einführenden Lehrbüchern noch immer als der neueste Stand der Forschung präsentiert." (Pinel 1997, S.250) Gründe die gegen die Sollwertheorien sprechen liegen im Selektionsdruck durch den Nahrungsaufnahme die einem Energiedefizit vorbeugt gegenüber dem Ausgleich eines Defizits einen Vorteil verschafft. Außerdem darin, daß der Blutzuckerspiegel auch während der Fastenphase konstant gehalten wird, sowie in der Tatsache daß Faktoren wie Geschmack, Lernen und soziale Einflüße nicht berücksichtigt werden. (Pinel 1997, S.251) Nach der Anreiztheorie aus den 1980ern werden Organismen "nicht durch ein internes Energiedeifzit quasi zum Essen getrieben, sondern durch die erwarteten angenehmen Effkte der Nahrung zum Essen verlockt." (Pinel 1997, S.251) Die Stärke des Hungergefühls hängt dabeim, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, von Faktoren wie Geschmack, dem seit der letzten Mahlzeit vergangenen Zeitraum, von der gewöhnten Essenszeit, der Nahrung im Verdauungstrackt, dem Blutzuckerspiegel, der Anwesenheit weiterer Personen, und ob diese auch etwas essen ab. |